Dieser Artikel dreht sich um Hustle Culture:

Als ich die Arbeitswelt endlich hinterfragte

Vor 2 Jahren laufe ich in meinem gewohnten Stechschritt durch unser Bürogebäude. In einem Eckbüro im ersten Stock sehe ich einen Mann mittleren Alters vor dem Bildschirm sitzen.

Der Mann trägt ein schwarzes T-Shirt. Seine Haarfarbe passt sich allmählich der sterilen weißen Wand seines Büros an. Mit verschränkten Armen sitzt er da, sein Kopf liegt auf der Brust und sein Oberkörper hebt und senkt sich regelmäßig. Dann kapiere ich:

Der Kerl schläft grad – tief und fest.

Ich verübel es ihm nicht. Büros sind keine artgerechte Haltung. Sowas wie die Legebatterien der Menschheit. Nur dass aus unseren Ärschen E-Mails und mehr oder weniger gute Ideen plumpsen.

Als ich den Mann so sehe, begreife ich: „So unproduktiv bist du gar nicht. Ich mein, der Kerl pennt – keine besonders hohe Messlatte.“ 

Dafür bin ich dem Mann bis heute dankbar. Sein Nickerchen bewegt mich zu der Frage: Wer hat uns diese ständige Produktivität eigentlich eingeredet?

Was ist Hustle Culture?

Hustle Culture steht für konstante Leistung: Harte Arbeit, lange Nächte, ständige Erreichbarkeit. Allerdings definiert sie das nicht als Belastung, sondern als aufregenden, alternativlosen Lebensstil.

Ein perfektes Beispiel für die Einstellung des Hustlers liefert Céline Flores Willers. In einem Video von unbubble über die Arbeitseinstellung der Gen Z erzählt sie, sie arbeite im Durchschnitt 16 Stunden pro Tag und sagt über den Wunsch nach Work-Life-Balance:

Ich glaube, wenn man so extrem darauf aus ist, Privates und den Job zu trennen, ganz ehrlich, dann sollte man einfach den Job wechseln. Ich glaube fest daran, dass, wenn man seine Leidenschaft findet, dass Leidenschaft nicht um 17 Uhr enden kann.

– Céline Flores Willers

Für die Hustler ist Work-Life-Balance ein Fremdwort. Wer seinen Job liebt, braucht keinen Ausgleich. Wer sich eine 4-Tage-Woche wünscht, wird als Lifestyle-Teilzeitler gebrandmarkt.

Und Urlaub? Hängt von deiner Definition ab. Wenn du mit Urlaub den Hustle auf Dubai meinst, wird er dir genehmigt. Kommt schließlich besonders gut auf Social Media an.

Hustle Culture wirkt auf mich wie eine sozial anerkannte Form von Arbeitssucht. Allerdings frage ich mich manchmal, ob es den Hustlern wirklich um die Arbeit geht oder eher um die soziale Anerkennung online (auch in Form von Hate).

Die Arbeit wird zum Motor zur Selbstdarstellung und so erklärt sich auch ihre starke Präsenz auf Social Media: Eine Arbeitssucht ist unattraktiv. Der Hustle hingegen garantiert Klicks.

Aber warum hustlen wir? Und woher kommt dieses Denken überhaupt? Einmal tief Luft holen:

Die Hustle Culture ist das kapitalistische Endprodukt der eigenen Selbstausbeutung.

Lass mich das erklären.

Warum toxische Produktivität Selbstausbeutung ist

Wer produktiv arbeitet, erledigt möglichst viel in einer gewissen Zeit. Um das zu messen, benötigen wir Uhren. Die sind mittlerweile allgegenwärtig – Gott sei Dank, denn es sind praktische kleine Helfer. Doch mit der Verbreitung der Uhr ändert sich auch unser Zeitverständnis.

Zeit gilt heute als Ressource. Sie ist sowas wie ein Produktionsfaktor. Doch wenn Zeit Geld ist, dann ist Zeitverschwendung auch Geldverschwendung. Deshalb legen Unternehmen großen Wert auf Effizienz und Produktivität.

Das ist nicht grundsätzlich schlecht, schließlich hängen am Umsatz eines Unternehmens auch Arbeitsplätze. Problematisch ist viel mehr das Verhältnis von Geld und Zeit: Das Leben ist endlich, Geld aber nicht.

Unternehmen können also immer mehr Kohle erwirtschaften. Ihr Gewinn kennt keine Grenze. Die Zeit, in der sie dieses Geld jedoch verdienen, vermehrt sich nicht. Es bleiben immer dieselben 24 Stunden. Also schütteln sie jedes Goldstück aus ihnen heraus wie aus einem Niffler.

Das spüren auch die Arbeitnehmer. In ihrem Streben nach Gewinnmaximierung geben Unternehmen den Marktdruck unmittelbar an ihre Belegschaft weiter. Dahinter steckt keine böse Absicht, sondern eine einfache Kalkulation: Je effizienter die Angestellten, desto mehr Umsatz.

Das nimmt mittlerweile seltsame Züge an. Ein Freund erzählte mir neulich von seinem Chef. In einem Feedbackgespräch ermutigte ihn dieser dazu, endlich sein „Angestelltenmindset“ zurückzulassen und sich zu verhalten, als wäre er selbst Geschäftsführer.

Ein genialer Schachzug, wie ich finde: Arbeitgeber motivieren ihre Angestellten dazu, wie Unternehmer zu leisten, ohne sie wie Unternehmer zu bezahlen.

Tatsächlich hat dieses Phänomen einen Namen: Günter Voß und Hans Pongratz bezeichnen es als Arbeitskraftunternehmer. Nie wieder „Dienst nach Vorschrift“ (oder wie ich es nenne: Dienst nach fucking Arbeitsvertrag), nein:

Arbeitnehmer sollen leisten, sich kontrollieren und vermarkten, als wären sie selbst ein Unternehmen, das sich am Markt behaupten muss.

Diesen Druck kenne ich aus meinem letzten Job. Er wurde nie benannt, sondern einfach die Folge meiner Arbeitsbedingungen. Als Rettung stürzte ich mich in Time Blocking, To-Do-Listen, Inbox Zero und Getting Things Done.

Ich wurde zum Produktivitätsjünger erzogen. Ohne es zu bemerken, verinnerlichte ich die Logik des Wirtschaftswachstums.

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In dieser Zwangsgesellschaft führt jeder sein Arbeitslager mit sich. Die Besonderheit dieses Arbeitslagers ist, dass man Gefangener und Aufseher, Opfer und Täter zugleich ist.

– Byung-Chul Han

Quelle

Han, B.-C. (2010). Müdigkeitsgesellschaft (Zwölfte Auflage). Matthes & Seitz. S. 38.

Deshalb bezeichne ich die Hustle Culture als Selbstausbeutung. Sie ist die Verinnerlichung des unternehmerischen Produktivitätszwangs und trägt dies offen zur Schau.

Denn das Leben auf der Jagd nach Gewinn zwingt fortwährend dazu, seinen Geist bis zur Erschöpfung auszugeben, im beständigen Sich-Verstellen oder Ueberlisten oder Zuvorkommen: die eigentliche Tugend ist jetzt, Etwas in weniger Zeit zu thun, als ein Anderer.

– Friedrich Nietzsche

Quelle

Nietzsche, F., & Figal, G. (2012). Die fröhliche Wissenschaft. S. 143f.

Die Hustler beantworten die uralte Frage – „Wie führen wir ein erfülltes Leben?“ – durch mehr Produktivität. Doch was ist dieses „produktive Leben“ eigentlich?

Was bedeutet Produktivität heute?

Wie viele Autos bei Audi in 24 Stunden über das Fließband rollen, können wir exakt messen, um Produktivität zu bestimmen. In Büros ist das schon schwieriger.

Wie vergleichen wir die Produktivität verschiedener Personaler oder Buchhalter? Das wissen manchmal selbst die Unternehmen nicht so richtig.

Für Arbeitnehmer eine knifflige Situation. Wie zeigen wir unseren Vorgesetzten, wie effizient wir arbeiten? Durch die Brille des Arbeitskraftunternehmers ausgedrückt: Wie vermarkten wir uns? 

Cal Newport argumentiert:

Wir signalisieren Produktivität.

Wir sorgen dafür, dass Microsoft Teams nicht auf „abwesend“ umstellt, reagieren auf E-Mails auch mal vom Klo aus und quälen uns mit halbem Ohr durch zahllose Online-Meetings, damit andere uns sehen.

In Abwesenheit echter Produktivitätsmaßstäbe dient Sichtbarkeit als Annäherung zu echter Produktivität.

Vielleicht gehört Social Media deshalb zur Hustle Culture wie der Bär zum Honig: Soziale Medien sind die Extremform sichtbarer Produktivität. Doch der Haken:

Nur weil jemand zeigt, dass er etwas tut, bedeutet das noch lange nicht, dass das, was er tut, einen Mehrwert liefert. Er ist den ganzen Tag beschäftigt, aber bewirkt nichts. Das bezeichnet Cal Newport als „Pseudoproduktivität“.

Quelle

Newport, C. (2024). Slow Productivity: Effizienz ohne Überlastung: die vergessene Kunst, ohne Burn-out zu arbeiten (1. Auflage). Redline Verlag. S. 26.

Dieses Missverhältnis zwischen Produktivität und Geschäftigkeit zeigt auch Casey Neistat in dem Video „Navigating the Matrix“. Neistat sagt, er ist den ganzen Tag beschäftigt, doch fühlt sich am Abend, als hätte er nichts bewirkt.

There's busy work and then there's like productive work.

– Casey Neistat

So füllt sich der Tag mit To-dos, die sich zwar produktiv anfühlen, es aber nicht sind und uns langfristig keinen Zentimeter näher zu einem erfüllten Leben bringen. Daran ändert auch ein 16-stündiger Arbeitstag nichts.

Also warum spielen wir dieses toxische Spiel?

Die tiefsitzende Angst hinter der Leistungskultur

Menschen tragen das Bedürfnis in sich, Erfolge zu erleben. Psychologen nennen das „Need for Achievement“. Dieses Bedürfnis motiviert uns, Herausforderungen zu meistern: Die Ausbildung abschließen, die Beförderung verdienen oder den Marathon laufen.

Unser Streben nach Erfolg kann jedoch auch ins Negative kippen, z.B. indem wir unseren Selbstwert an äußere Erwartungen koppeln. Plötzlich verändert sich unser Verlangen, selbstgesteckte Herausforderungen zu meistern, in den Glauben, dass unser Wert als Mensch von unserem Output abhängig sei.

Man schämt sich jetzt schon der Ruhe; das lange Nachsinnen macht beinahe Gewissensbisse. Man denkt mit der Uhr in der Hand, wie man zu Mittag isst, das Auge auf das Börsenblatt gerichtet, – man lebt, wie Einer, der fortwährend Etwas „versäumen könnte“.

– Friedrich Nietzsche

Quelle

Nietzsche, F., & Figal, G. (2012). ebd.

Dieses Streben nach Produktivität ist unheimlich toxisch (im Link findest du meine persönliche Story dazu), doch es wird uns ständig vorgekaut. Hier ein kleines Experiment:

Ich habe gerade Linkedin für dich geöffnet. Das fiel mir verdammt schwer, glaub mir. Sofort schlägt es mir vor: 5 Dinge, die du für einen produktiven Morgen vor 8 Uhr erledigen musst (vielleicht sagt dieser Vorschlag mehr über mich aus, als ich zugeben will).

Ist doch bloß Linkedin“, sagst du jetzt vielleicht. Doch wenn sich dein Feed mit Menschen füllt, die dir ihren 16-stündigen Ausnahmezustand als „ganz normalen Dienstag“ verkaufen, dann fühlt sich das eigene Leben irgendwann minderwertig an.

Wir konsumieren Informationen lange nicht so gedankenlos wie die Snacks in unserer Schreibtischschublade. Wir nehmen Hustle Culture nicht einfach nur auf, wir messen uns an ihr. Wir sind soziale Vergleichsmaschinen.

Wollen wir aus diesem Spiel ausbrechen, müssten wir uns aus unserer Blase und vertrauten Normen lösen, von denen uns viele bereits seit unserer Jugend begleiten. Außerdem besteht letztlich die Chance, dass die Hustler recht behalten. Vielleicht finden wir unser Glück wirklich in 16-stündigen Arbeitstagen und Meetings um 22 Uhr.

Also was, wenn wir letztlich bloß unser Potenzial vergeuden und ein erfülltes Leben sowie all den Konsum, Luxus und die tollen Urlaube verpassen, die uns andere auf Social Media vorleben?

Und da ist sie wieder, diese Stimme. Siehst du, wie tückisch (und toxisch) sie ist?

Wir streben nach der Sonne, aber verlieren uns im Morast sozialer Vergleiche. Wir senden die gleichen Signale wie alle anderen. Wir bleiben beschäftigt, schreiben fröhlich weiter E-Mails und multitasken wie die Verrückten. Für Reflexion bleibt dabei schlicht keine Zeit.

Doch was, wenn wir irgendwann feststellen, dass das Leben zwischen Hustle und Hektik schlicht an uns vorbeigezogen ist?

„Wir arbeiten an unserer täglichen Arbeit heftiger und gedankenloser, als nötig ist, um unser Leben zu erhalten, weil es uns noch notwendiger ist, nicht die Muße zu haben, anzuhalten und nachzudenken. Die Hast ist allgemein, weil jeder auf der Flucht vor sich selbst ist.“

– Friedrich Nietzsche (Unzeitgemäße Betrachtungen)

Können wir Arbeit nicht anders denken?

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Das Leben ohne Hustle: Wer sind wir ohne Produktivität?

Wir glauben, dass effizientes Arbeiten Zeit freischaufelt, die wir später zur Erholung oder für Familie und Freunde nutzen. Doch wie ein Naturgesetz scheint sich die freigesetzte Zeit sofort mit neuen Aufgaben zu füllen.

Mein letzter Job fühlte sich an wie ein Katz und Maus Spiel. Ich war ständig damit beschäftigt, To-dos, E-Mails und Meetings hinterherzurennen. Hatte ich sie alle abgearbeitet, herrschte spätestens nach der nächsten Dienstreise wieder Chaos. 

Für echte Veränderung blieb nicht viel Energie übrig. Alles, was viel Zeit kostete, schob ich vor mir her, denn sonst herrschte sofort wieder Chaos im Posteingang. Aber wem erzähl ich das? Du kennst das wahrscheinlich. Es ist das Leben im 9-5.

„In der modernen Welt (...) fühlt sich die Zeit wie ein unaufhaltsames Fließband an, das uns neue Aufgaben so schnell bringt, wie wir die alten abarbeiten können. Wenn man »produktiver« wird, beschleunigt sich das Band nur – bis man irgendwann zusammenbricht“

– Oliver Burkeman

Quelle

Burkeman, O. (2022). 4000 Wochen: Das Leben ist zu kurz für Zeitmanagement (H. Lutosch, Übers.). Piper. S. 17.

Geschäftigkeit führt nicht zu mehr Freiheit, sondern zu noch mehr To-dos und noch weniger Zeit für das Wesentliche. Das bezeichnet Oliver Burkeman, Autor des Buches „4000 Wochen“, als die Effizienzfalle.

Wie oft hast du dir schon eingeredet, du müsstest nur zuerst den Kleinkram erledigen, bevor du dich dem Wesentlichen widmest? Hast wichtige Aufgaben tagelang vor dir hergeschoben, während dich dein Gewissen auffraß?

Doch irgendwann stellst du fest: Der Kleinkram versiegt nicht. Wie eine Quelle sprudelt immer mehr davon nach oben. Und ehe du dich versiehst, ertrinkst du in einem reißenden Fluss.

Damit will ich nicht sagen, dass Kleinkram unwichtig ist. Manchmal ist die einzige Lösung die gute, alte Fleißarbeit. Doch wenn sie unseren Tag bestimmt, verlieren wir das Wesentliche aus dem Blick. Auch wer fleißig einen Tunnel gräbt, kann in die falsche Richtung buddeln.

Ständig reden wir darüber, dem Hamsterrad zu entkommen. Doch die Produktivitätshacks, die uns dabei helfen sollen, führen letztlich nur dazu, dass wir schneller strampeln. Wir steigen nicht aus. Wir treten aufs Gaspedal.

„Is this freedom?
Is this the life you chose?
If this is living the dream
We've hit an all-time low“

– Architects, All Love is Lost

Also was, wenn wir uns von der Vorstellung verabschieden müssen, alles erledigen zu können? Was, wenn das produktive Leben nicht die Lösung, sondern nur das Symptom Gesellschaft ist, die nicht mehr zur Ruhe findet?

Dein Leben ist kein abzuarbeitendes Projekt.

Wir lieben die Vorstellung davon, irgendwann die Kontrolle über unser Leben zu gewinnen. Doch meiner Erfahrung nach hält dieser stabile Zustand nur kurz an.

Wir werden niemals Herrscher über unser Leben. Das Leben gehört uns nicht. Wir gehören ihm.

Ich verstehe den Wunsch nach Kontrolle. Lange Zeit glaubte ich, ich könnte irgendwie gegen mein Leben gewinnen, indem ich produktiv genug bin. Doch meine Versuche, alles unter einen Hut zu bringen, waren nichts anderes als eine Vermeidungstaktik, um mich nicht fragen zu müssen, was mir wirklich wichtig ist.

„Wir füllen unseren Geist mit Geschäftigkeit und Ablenkung, um uns emotional zu betäuben.“

– Oliver Burkeman

Quelle

Burkeman, O. (2022). S. 42.

Newsflash: Unsere Zeit auf diesem Planeten ist begrenzt. Zum Glück, denn sonst könnten wir Jahrzehnte in einem Stupor voller E-Mails und To-do-Listen verbringen, ohne uns daran zu stören.

Doch nur in ganz seltenen Momenten verstehen wir, was Endlichkeit wirklich bedeutet. Der Tod meines Vaters im letzten Jahr gehörte zu solchen Momenten. Im August sitzen wir noch zusammen im Brauhaus. Im September sitze ich dort plötzlich allein.

Sein Verschwinden zu akzeptieren war unheimlich ernüchternd. Es zeigte mir, dass ich lediglich mitspielen, vielleicht sogar ein paar gute Hände haben kann. Aber gewinnen werde ich nicht.

Diese Endlichkeit ist ein zentraler Teil unserer Menschlichkeit. Uns gegen sie zu wehren, indem wir die Zeit ausbeuten, wirkt auf mich wie ein verzweifelter Kampf gegen die eigene Natur.

„Zuerst musst du wissen, nicht fürchten, sondern wissen, dass du einmal sterben wirst.“

– Tyler Durden, Fight Club

Unser Leben ist ein wunderschöner Zufall. Die Tatsache, dass wir überhaupt existieren, ist „die nackte Realität, an der wir uns alle ständig die Zehen stoßen sollten“.

Quelle

Sarah Bakewell in Burkeman, O. (2022). S. 72.

Also warum behandeln wir es wie ein abzuarbeitendes Projekt?

Die Anti-Hustle-Culture.

Sofern wir anerkennen, dass Produktivität eine Falle und unsere Endlichkeit kein Fehler, sondern ein „Feature“ ist, können wir endlich damit beginnen, unwichtige Aufgaben aus unserem Leben zu eliminieren.

Deshalb schlage ich eine Anti-Hustle-Culture vor. Der Hustler fragt sich, was er alles an einem Tag erledigen kann. Der Anti-Hustler fragt sich, worauf er bewusst verzichtet.

Der Anti-Hustler versteht, dass es eine Fähigkeit ist, dem Drang zu widerstehen, alles zu erledigen und nimmt das Unbehagen in Kauf, das damit verbunden ist, wenn unwichtige Aufgaben mal liegenbleiben.

Er entscheidet sich für das, was ihn wirklich weiterbringt, statt jeder Anfrage hinterherzurennen. Indem er den Lärm ausblendet, bewegt er sich kontinuierlich auf sein wichtigstes Ziel zu.

Vor allem versteht der Anti-Hustler aber, dass sein Wert als Mensch nicht an seine Produktivität gekoppelt ist.

„Du bist nicht dein Job. Du bist nicht das Geld auf deinem Konto. Nicht das Auto, das du fährst. Nicht der Inhalt deiner Brieftasche. Und nicht deine blöde Cargohose.“

– Tyler Durden, Fight Club

Der Anti-Hustler ist. Das reicht. Wer bist du?

Die Fight Club Philosophie: 4 Lektionen von Tyler Durden
Hamsterrad, Sinnkrise, Konsumfalle: Die Fight Club Philosophie liefert 4 Lektionen, die dein Denken dauerhaft verändern.

Mehr Fight Club? Findest du in diesem Artikel.

Nie wieder NPC im eigenen Leben.

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