Vor ein paar Tagen passierte es. Spätestens seit meinem ersten Hater auf Youtube hatte ich schon damit gerechnet.

Das Internet kennt kein Knigge und KI hat es nicht besser gemacht. So viele Autoren und Blogger habe ich bereits fallen sehen.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis es mich erwischte.

Das Schreiben im KI-Zeitalter

In einer meiner letzten Notes auf Substack verwendete ich das Wort „erstaunlich“.

Einen Tag später wurde ich freundlich darauf hingewiesen, dass auch die Chatbots dieser Welt das Wort „erstaunlich“ erstaunlich oft benutzen.

Das fand ich…

überraschend.

Haste gedacht, wa’? Ich bin eben ein lernfähiges System!

Was mich überraschte, fragst du?

Die erstaunliche Anspielung, ich hätte meine Note mit KI generiert, ohne den Vorwurf direkt auszusprechen.

Nun...

Ich schreibe gegen den Autopiloten im Leben. Jede Woche ein Text zum selber denken.

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Textemacher brauchen gerade viel Humor

Da die erstaunliche Katze nun aus dem erstaunlichen Sack ist und meine treuen und durchaus erstaunlichen Leser jetzt wissen, dass ich ein Cyborg bin, kann ich mich ja ENDLICH austoben.

Erstaunlich. Erstaunlich. Erstaunlich. Erstaunlich. Erstaunlich. Erstaunlich. Erstaunlich. Erstaunlich. Erstaunlich. Erstaunlich. Erstaunlich. Erstaunlich. Erstaunlich. Erstaunlich.

Spaß, meine verehrten und sehr erstaunlichen Leser, Leserinnen und Cyborgs.

Bitte machen Sie sich keine Sorgen. Mein Schriftstellerego ist nicht so verletzbar, dass ich mich von der erstaunlichen Andeutung auf Social Media, ein Cyborg zu sein, angegriffen fühle. Aber Spaß haben ist bekanntlich nicht verboten.

Außer bei der Spaßpolizei.

Die bin ich nicht.

Aber vielleicht eine KI?!

Nun ja, was ich eigentlich sagen will:

Wenn ihr online einen Text lest, bleibt bitte freundlich – auch zu den Cyborgs. Vor allem zu denen von uns, die Gedankenstriche benutzen – und Satzfragmente. Und Wortwiederholungen.

Und Wortwiederholungen.

Hups, mein Skript hängt.

Moment, kurz neu laden.

...

Also, zurück zum Wesentlichen:

Wir Cyborgs wollen euch nichts Böses. Außer ihr steht uns im Weg.

Moment, falsches Skript.

*räusper*

Erstaunlich.

Ok, jetzt läufts wieder.

Falco und die Frage, ob ich mit KI schreibe

Falls nach all dem Kauderwelsch also immer noch unklar ist, ob in Wirklichkeit eine KI meine Texte schreibt, dann beantworte mir bitte folgende Frage:

Würde ein LLM diesen Vorwurf als Vollhorstigkeit bezeichnen?

...

Ich natürlich auch nicht! Was nur eine Sache bedeuten kann:

Der Fall is’ klar, lieber Herr Kommissar, der Dotzler isn Robotah.

Naja, Falco werde ich damit wohl keine Ehre machen. Doch was ich hier auf sehr konfuse Art und Weise zum Ausdruck bringen will, ist das:

Ich halte diese Hexenjagd nach KI-generierten Texten für idiotisch. Das steht hier natürlich nicht nur, weil es ein Cyborg tippt, der nicht ertappt werden will.

Doch wem bringt diese Schuldvermutung etwas? Und wem schadet eine falsche Behauptung?

KI als Kunst des Selbstbetrugs

Viel schwerer wiegt für mich außerdem, dass nicht nur eine falsche Behauptung Schaden anrichtet, sondern auch ein falscher Einsatz von KI.

Ich bin davon überzeugt, dass KI-generierte Texte mehr Selbst- als Fremdbetrug sind, denn ein gut formulierter Gedanke erfordert oft mehr Hirnschmalz vom Autor als vom Leser.

Weißt du, als gut geprompteter Cyborg greife ich auf echte Lebenserfahrung zurück, wenn ich dir sage:

Etwas einfach auszudrücken, klingt leichter, als es ist.

Das sagte schon meine Cyborg Mutter zu mir, die mich liebevoll mit ihren Carbon-Händen aufzog und mich in stürmischen Winternächten an ihrem Prozessor wärmte.

Nein, sich verständlich auszudrücken erfordert manchmal Hunderte Überarbeitungen des gleichen, nein, desselben – oder doch des gleichen…

Jetzt hab ich’s.

Hunderte Überarbeitungen eines Satzes.

HA! Siehst du, was ich meine?

Und genau das geht verloren, indem wir alles prompten und generieren. KI ist Selbstbetrug in Selbstwirksamkeit.

Mir ist bewusst, dass das nicht jeder so sieht. Der ein oder andere Highperformer wird sich darüber freuen, dass er das Statusgejodel, das er als Beitrag bezeichnet, in Zukunft nicht mehr selbst fabrizieren muss.

Endlich können sich Highperformer wieder ihren Highperformer-Sachen widmen, wie z.B. sich mit der KI darüber unterhalten, welche 5 Mitarbeiter sie nächsten Monat durch Chatbots ersetzen.

Die Macher machen ihr Geschäft!
Den Tüchtigen gehört die Welt zurecht!
Wer kümmert sich noch um den Ruf
Seit man die Leistungsprämie schuf?

– Falco, Hinter Uns Die Sintflut

Weißte wie viele Tokens mein Hirn frisst, um Texte zu generieren? Spendier mir doch 'nen Kaffee, sonst geht dem LLM in meinem Kopf der Saft aus.

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Schreiben bleibt Denken

Vielleicht bin ich kein Highperformer oder Hustler. Vielleicht fehlt mir das richtige MINDSET, aber mir persönlich bedeutet das Schreiben und Umschreiben noch etwas.

Denn letztendlich bin ich von dem überzeugt, was das Unternehmen Leuchtturm auf den Punkt bringt (und aufs Papier, hehe):

Schreiben ist Denken.

Der eigentliche Slogan heißt zwar, „Schreiben ist Denken auf Papier“, aber:

Haste kein Papier parat,
tut’s auch der Handyapparat.

Ok, keine selbstgeschriebenen Reime mehr... Indianerehrenwort.

Naja. Deshalb halte ich generierte Texte also vor allem für Selbstbetrug im eigenen Denken. Wie Falco singt:

Es steht geschrieben
Und was Wahres hat es schon
Ja, der Dumme lebt sich tot
Nur mit Hirn kommst du davon

– Falco, Nie mehr Schule

Problematisch wird es für mich vor allem dann, wenn ich diesem Selbstbetrug nicht mehr entkommen kann…

AI-Slop und der Imperativ der KI

Aber Selbstbetrug hin oder her – ich werde die Texte anderer nicht auf Gedankenstriche, Satzfragmente und Wortwiederholungen und Wortwiederholungen und Wortwiederholungen untersuchen.

Auch werde ich einem Schriftsteller, dem ich vertraue, morgen nicht unterstellen, dass die erstaunliche Verwendung eines Wortes den eindeutigen (und erstaunlichen) Beweis liefert, dass er seine Texte generiert.

Wo kommen wir denn da hin?

Und nein, damit entschuldige ich nicht den ganzen AI-Slop, der sich mittlerweile auf Spotify, Youtube und Linkedin, vor allem aber auf Linkedin und insbesondere auch auf Linkedin tummelt.

Es stimmt schon, es gibt sie, diese offensichtlich KI-generierten Inhalte. Den Gallensaft, der sich dabei vom Magen aus an die Frischluft bahnen will, spüre ich dabei genauso in mir aufsteigen wie du.

Trotzdem muss jeder Mensch selbst entscheiden, ob er seine Texte generiert, sich selbst betrügt oder nicht. Immerhin können Autoren und Textemacher das noch entscheiden!

Auf viele andere Bereiche trifft das nicht mehr zu. KI ist die Kondomtechnologie der Moderne. Überall überstülpen, weil sicher ist sicher!

Selbst meine Stadt fühlt sich schon genötigt, einen Chatbot zu verwenden, damit ihnen diese lästigen Bürger keine Löcher mehr in den Bauch fragen.

Der Imperativ künstlicher Intelligenz!

Wie wir mit KI umgehen, entscheiden wir (noch) selbst

Natürlich wünsche ich mir, dass Autoren und Content Creator offen mit ihrem Einsatz von KI umgehen. Der Fakt, dass viele Menschen das vertuschen, sagt vielleicht mehr über unsere Einstellung zu KI im kreativen Prozess als über die Person, die sie einsetzt.

Aber letztendlich machen Menschen eben Menschendinge. Die einen lieben, die anderen lügen. Wat willste erwarten?

Deshalb werde ich mich nicht daran beteiligen, andere aufgrund einer Vermutung an den Pranger zu stellen, nur weil sie bestimmte Wörter oder Satzzeichen verwenden. Vielleicht ist das ein netter Zeitvertreib, wenn man sonst nichts zu tun hat. Meine eigene Arbeit bringt das aber nicht voran.

Außerdem erinnert mich die digitale Hexenjagd immer an diesen Song von Falco:

Draaaah di ned um oh oh oh
Der Kommissar geht um oh oh oh

Was ich sagen will:

Be a Mensch. Not a Kommissar.

Alles klar?

Indianerehrenwort gebrochen, aber ich konnte nicht widerstehen.

Ungefragter Rat ist der beste Rat, oder?

Und wenn du am Ende dieses Textes noch offen für einen Tipp bist:

Nutze KI als Werkzeug und nicht als Ersatz für dein Gehirn.

Weißt, die KI is’ scho’ gscheit, aber halt trotzdem bloß a Automat. A gscheita Automat, aber manchmal auch a gschissener.

Gä?

Für meinen Einsatz bedeutet das:

In den Bereichen, in denen ich Kompetenz aufbauen will, nutze ich sie nicht. Das schließt ERSTAUNLICH viel in meinem Leben aus – zum Beispiel meine Texte.

Daran ändern auch die von mir heiß geliebten Gedankenstriche oder das Wort „erstaunlich“ nichts.

Denn egal wie gedankenverloren meine Texte manchmal wirken mögen, sie bleiben menschlich – oder – sind – es – vielleicht – genau – deswegen.

Aber das würde ein Cyborg auch behaupten.

Oder?

PS:

Biberkacke!

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