Wie viel verdienst du?
Mich interessiert keine Zahl. Mehr dein Gefühl.
Genug, um deine Rechnungen zu zahlen?
Genug, um deinen Lebensstandard aufrecht zu halten?
Genug, um nicht an dir selbst arbeiten zu müssen?
Genug, um es dir bequem zu machen?
Robert Kiyosaki, Autor von Rich Dad Poor Dad, versteht das Wort job als Akronym:
just over broke (kurz vor Pleite)
Er ist der Ansicht, dass Arbeitgeber das zahlen, was sie müssen.
Daraus entsteht beim Arbeitnehmer Frust.
Er ist unzufrieden mit seinem Lohn.
Er arbeitet nur das Minimum.
Im Gegenzug ist der Arbeitgeber unzufrieden mit der Leistung seines Personals.
Also zahlt er weiterhin schlecht.
Fängt das Spiel beim Arbeitgeber oder Arbeitnehmer an?
Das ist wie mit der Henne und dem Ei.
Die Antwort darauf ist unerheblich.
Fakt ist:
Mehr als die Unzufriedenheit mit deinem Lohn kann dazu führen, dass du nur so viel arbeitest, wie du es musst.
Die Arbeitsbedingungen. Die Kollegen. Die Weiterentwicklungsmöglichkeiten.
Egal, was es ist, wenn du in einem Job nur das Mindestmaß deines Potenzials abrufst, ist das Gift für deine persönliche Weiterentwicklung.
Dieser Prozess beginnt schleichend:
Du vermeidest Verantwortung.
Du informierst dich weniger.
Dir gehen die Ideen aus.
Du ziehst dich zurück.
Bald machst du Dienst nach Vorschrift.
Du hörst auf zu lernen.
Du hörst auf zu wachsen.
Willkommen in der Bequemlichkeit.
Willkommen im Stillstand.
Nächste Haltestelle?
Sackgasse.
Es heißt, ein Wein wird besser mit dem Alter.
Tröstlich, aber: Du bist kein verdammter Wein.
Persönliches Wachstum ist kein Naturgesetz.
Mit dem Alter schleicht sich Bequemlichkeit ein, körperlich und geistig.
Du ruhst dich auf dem Erreichten aus.
Du vermeidest neue Herausforderungen.
Du hörst auf, dich kritisch zu hinterfragen und aus Fehlern zu lernen.
Aus "Was habe ich falsch gemacht?" wird "Das war nicht meine Schuld!".
Du hörst auf, an die Grenzen deiner Kompetenz zu gehen.
Aus "Wie mache ich das besser?" wird "So haben wir das schon immer gemacht!".
Es ist möglich, genug über ein Thema zu wissen, um zu denken, dass du richtig liegst, aber gleichzeitig zu wenig, um zu erkennen, dass du falsch liegst.
Das ist die Illusion des Vertrauens.
Die Verblendung durch das Ego.
Man wird nicht besser mit den Jahren,
Wie sollt es auch, man wird bequem
Und bringt, um sich die Reu zu sparen
Die Fehler all in ein System
- Theodor Fontane
Das Problem ist nicht das Alter.
Auch nicht die Erfahrung.
Sondern Bequemlichkeit.
Wahrscheinlich unterliege ich meiner eigenen Voreingenommenheit, aber:
Für mich besteht das Leben aus Lernen, Anpassung und Veränderung.
Life sums up in three words:
better than average
- Nonpoint (To The Pain)
Ich habe Angst vor der Aussicht, mich jahrzehntelang nicht weiterzuentwickeln.
Ich möchte nicht feststellen, dass ich den Anschluss verpasst habe.
Stillstand ist für mich Teil eines unerfüllten Lebens.
Wenn du dich in deinem Job so fühlst, dann:
- sprich mit deiner Führungskraft,
- identifiziere, was dir fehlt,
- schließe deine Lücken,
- oder zieh weiter.
Du verbringst viel Zeit mit Arbeit.
Wofür nutzt du sie?
Für Stillstand oder Wachstum?
Dein Job ist eine Chance, dir neue Fähigkeiten anzueignen.
Lernst du nichts mehr, dann such dir eine neue Herausforderung.
Spiel nicht dein Leben lang auf Sicherheit.
Das Leben ist nichts für Angsthasen.
Nutze Sicherheit, um dich in eine Position zu bringen, aus der du etwas wagen kannst.
Sicherheit ist ein Sprungbrett, keine Endstation.
Jeff Bezos verließ einen sicheren Posten, um Amazon in einer Garage zu gründen.
Haruki Murakami verkaufte einen profitablen Club, um Schriftsteller zu werden.
Aber: Wie findest du den Absprung?
Manchmal liegt er direkt vor dir.
Der nächste Schritt innerhalb deiner Karriere.
Manchmal musst du außerhalb dieser Box denken.
Manchmal bietet dir dein Arbeitgeber Chancen.
Manchmal musst du dein sicheres Nest verlassen.
Aber Vorsicht: Lass dich nicht von deinem sicheren Gehalt einlullen.
Lass dir nicht einreden, dass das alles nicht so schlimm ist.
Oft höre ich: Ich habe niemandem etwas zu beweisen.
Falsch. Du hast jemandem etwas zu beweisen.
Nicht mir. Nicht irgendeinem Otto.
Dir selbst. Deinem Wachstum.
Deshalb: Bist du dir sicher, dass ein Leben ohne Lernen wirklich nicht so schlimm ist?
Was gibt dir dein Job, wenn du nichts mehr lernst oder er dich nicht erfüllt, außer Sicherheit und ein Gehalt, das dir sowieso zu wenig erscheint?
Wenn du Sonntagabend keine Lust auf die nächste Woche hast, dann zieh weiter.
Wenn du am Morgen nicht aufstehen willst, dann zieh weiter.
Wenn du nichts mehr lernst, dann zieh weiter.
Der Mensch ist kein Werkzeug. Er nutzt Werkzeug.
Also lass dich nicht zu einem machen.
Und mach dich nicht selbst zu einem.
Begreife deinen Job nicht nur als Einkommensquelle.
Verstehe ihn als Chance für Wachstum.
Priorisiere Lernen über Geld.
Es bringt dir die größere Rendite.
Lerne nicht nur eine einzige Fähigkeit.
Sei kein Werkzeug, sondern ein Werkzeugkasten.