Es ist mal wieder Zeit für meinen nicht ganz so monatlichen Monthly Fuck Up. Heute geht's um SEO (SeArCH EnGinE OpTiMiZatIoN), warum ich 1,5 Jahre bei Google unsichtbar war und was du aus meiner Dummheit lernen kannst.
Blogupdate März 2026: SEO statt Social Media
Im März traf ich die Entscheidung, erst mal nicht mehr auf Social Media zu posten. Wahrscheinlich werde ich mich dafür irgendwann in einem Monthly Fuck Up schelten, aber momentan fühlt es sich richtig an.
Da fast der ganze Traffic meiner Homepage von Threads stammte, steppt hier momentan der Bär genauso feierwütig wie auf einer Beerdigung.
Also musste ich mir etwas überlegen. Wie finden Menschen meinen Blog, wenn ich ihn nicht aktiv auf Social Media bewerbe?
Die Antwortet lautet (vielleicht): Google.
Menschen suchen, Google antwortet. So entsteht organischer Traffic. Und wenn ich dafür sorge, dass Google meine Artikel nutzt, um Suchen zu beantworten, dann finden die Menschen meinen Blog und ich werde reich, sexy und überhaupt nicht arrogant.
Das ist der Kern von Search Engine Optimization:
- Schritt 1: Du schreibst Inhalte, die echten Mehrwert bieten.
- Schritt 2: Du gestaltest sie, sodass Google kapiert, wem es was vorschlagen soll.
Das freut die Nutzer und wenn sich die Nutzer freuen, freut sich Google, denn damit verdient Google Geld.
SEO war bis vor 2 Wochen ein Thema, um das ich mich schon längst gekümmert hatte... dachte ich. Zeit für meinen Fuck Up des Monats.
Mein Fuck Up: SEO ist keine Selbstverständlichkeit
Als ich meine Social Media Posts beende, sinken die Besucherzahlen meiner Homepage auf 0. Das tut erst mal weh. Ich schreibe schließlich seit 1,5 Jahren Artikel.
Dieser Fuck Up ist bereits Artikel Nummer 50 (YIPPIE). In meiner Naivität gehe ich davon aus, dass 50 Artikel doch zumindest IRGENDWO in der Google-Suche auftauchen.
Wie Google funktioniert (einfach ausgedrückt)
Verzweifelt werfe ich einen Blick in meine Google Search Console. Das ist sowas wie ein Verzeichnis, das dem Homepage-Betreiber zeigt, welche Inhalte in Google auftauchen.
Damit Inhalte auftauchen, muss Google sie zuerst indexieren. Stell dir das vor wie damals bei den gelben Seiten. Wer dort nicht drinsteht, bleibt unsichtbar für die Öffentlichkeit.
Im Normalfall geschieht das automatisch. Google sucht regelmäßig das gesamte Internet ab, um festzustellen, welche Inhalte existieren und welche es davon ins „Telefonbuch“ aufnimmt.
Und da ich technische Themen in Bezug auf meine Homepage so gerne prokrastiniere, verlasse ich mich darauf, dass damit alles stimmt.
Der SEO Schock für meinen Blog
Doch als ich in meine Search Console gucke, stelle ich fest, dass nur ein winziger Bruchteil meiner Homepage im Index steht. Das bedeutet, dass du meine Artikel nicht mal dann findest, wenn du Wort für Wort nach ihnen suchst.

In diesem Moment sinkt mir das Herz in den Magen. Nach fast 1,5 Jahren Bloggen, nach mehr als 80.000 (!) geschriebenen Wörtern und Hunderten Stunden an Arbeit, bin ich auf Google unsichtbar.
Von meinen damals ca. 48 Artikeln befinden sich lediglich 11 im Index. Nicht einmal mein damals neuer Artikel „Wie du im Gym wie in World of Warcraft levelst“ steht drin. Dabei hatte ich dafür sogar eine Anleitung und ein Video angefertigt.
Das war ein absoluter Schlag in den Magen.
Das Posten auf Social Media aufgeben, aber nicht in Googles Telefonbuch stehen.
Was für ein Fuck Up.
Was ich bei SEO falsch machte
Es wäre leicht, die Schuld auf Google zu schieben. Doch falls du mich persönlich kennst (was 100 % meiner Leser tun), weißt du auch, dass das nicht meine Art ist.
Also stellen wir uns meine Lieblingsfrage: Was hab ich abgrundtief verkackt?
Den Großteil aller Fehler auf meiner Homepage verursache ich als Betreiber selbst. Das ist leider Fakt. Als Grund dafür erkenne ich bei mir eine Hemmung, mich in technische Themen einzuarbeiten.
Deswegen wechselte ich im Januar z.B. auch das Betriebssystem meiner Homepage von Wordpress zu Ghost. Ghost beschränkt mich zwar stärker im Design, aber nimmt mir auch viel technische Last von den Schultern.
Bei meinem Google-Problem erkenne ich die gleiche Neigung. Ein gewissenhafter Homepagebetreiber hätte früher festgestellt, dass der Großteil seiner Inhalte nicht im Internet steht.
Als ich mich damals auf der Google Search Console anmeldete, reichte ich meine Homepage zur Indexierung ein und hakte das Thema ab, ohne es weiterzuverfolgen.
Ich hatte einfach keinen Bock, mich mit noch einem technischen Kopfschmerz auseinanderzusetzen. Deshalb guckte ich mir auch die Auswertungen der Search Console nicht an, die mich auf Probleme bei der Indexierung hinwiesen.
Ganz schön naiv. Wer sich für eine Homepage entscheidet, trägt nun mal auch die Verantwortung, sich in technische Themen einzuarbeiten. Dafür muss niemand ein IT-Crack sein, aber sich zumindest ein grundlegendes Verständnis aneignen.
Und genau dieses grundlegende Verständnis behandelte ich bis vor zwei Wochen ziemlich stiefmütterlich. An diesem Verhalten trägt Google keine Schuld. Dafür ist niemand anderes verantwortlich als ich selbst.
Unabhängig von Social Media sein, aber sich nicht um die Technik auf der eigenen Homepage kümmern wollen – die Ironie entgeht mir nicht.
Was ich gelernt hab (und wie du es besser machst)
2 Lektionen, die ich daraus mitnehme, können dir auch dann helfen, wenn du selbst keine eigene Homepage betreibst:
Lektion #1: Mindset, Mindset, Mindset
Dunning und Kruger bemerkten, dass sich vor allem inkompetente Menschen selbst überschätzen. Sie halten sich für die Größten, weil sie ihre Unfähigkeit nicht angemessen beurteilen können.
Immer wieder erwische ich mich selbst dabei, in die Falle des Dunning-Kruger-Effekts zu tappen. Ich halte mich für „tech-savvy“, weil ich mit Computern aufwuchs und nehme dadurch irrtümlich an, technisch kompetent zu sein.
Selbstwahrnehmung fällt Menschen unheimlich schwer. Deshalb übe ich mich in diesen Fuck Up Artikeln in Selbstreflexion, indem ich offen über Fehler schreibe.
Fehler lassen sie sich niemals vollständig vermeiden. Doch ich hoffe, dass ich zumindest schlauer aus ihnen werde, wenn ich mich mit ihnen auseinandersetze.
Die Grundlage dafür ist die persönliche Einstellung:
Falls du dein Wissen über den Dunning-Kruger-Effekt noch mal auffrischen willst, findest du meinen Artikel dazu hier:

Ich lese ihn mir wohl am besten auch noch mal durch.
Lektion #2: Basics, Basics, Basics
Der Dunning-Kruger-Effekt erinnert auch daran, unser Grundlagenwissen zu hinterfragen. Die Basics sehen wir manchmal als völlig selbstverständlich, wodurch wir in unserem Verständnis nicht erkennen.
Vielleicht sind deshalb Gespräche mit Kindern, die gerade in der „Warum“-Phase stecken, für uns Erwachsene so frustrierend. Jedes „Warum“ deckt eine mögliche Wissenslücke auf. Kinder führen sie uns durch ihre Neugier vor Augen.
Um zu überprüfen, ob wir wirklich kompetent sind oder bloß unserer Wahrnehmung erliegen, fallen mir zwei Methoden ein:
Für mich als Homepagebetreiber bedeutet das, zumindest die Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung (SEO) zu verstehen.
Mein Verständnis überprüfe ich, indem ich z.B. meiner Freundin davon erzähle. Dabei teste ich gleichzeitig ihren Geduldsfaden. Toll.
Seit 2 Wochen lese ich mich in das Thema SEO ein. Dadurch sind mir bereits viele Fehler auf meiner Homepage aufgefallen. Einige davon konnte ich schon beheben.
Der Trostpreis an der ganzen Geschichte? All meine Artikel stehen mittlerweile zumindest im Index. Yippie.
Außerdem stelle ich heute fest, dass mich mein SEO Fuck Up nicht demotivierte oder ich mir dachte: „So ein Mist, jetzt muss ich mich auch noch damit beschäftigen.“
Im Gegenteil: Mich hat der Vorfall angespornt, meine Homepage auf Vordermann zu bringen. Das ist vielleicht sogar die motivierendste Erkenntnis überhaupt:
Ich berichte regelmäßig offen und ehrlich über meine Fehler als Blogger, Content Creator und Mensch – und was ich aus ihnen lerne.
Kein Spam. Nur echte Erfahrungen.
Allen, die ein Interesse am Bloggen besitzen, gebe ich zum Abschluss noch ein paar persönliche Empfehlungen mit.
Allen anderen Lesern sag ich hier bereits Ciao, danke für eure Zeit und bis zum nächsten Artikel. Liebe Grüße von
Markus – der Typ, der jetzt im Telefonbuch steht
Was Blogger wissen müssen
1. Überdenke deine Optionen, bevor du loslegst
Um Inhalte zu veröffentlichen, benötigst du heute nicht zwingend eine Homepage. Wer schreiben will, kann auf Substack veröffentlichen. Für Videos gibt's Youtube. Für schnelle Klicks reicht Social Media.
Damit will ich nicht sagen, dass du keine Homepage starten solltest. Ich glaube nur, dass manchen Menschen die Inhalte wichtiger sind, als sich um die Technik zu kümmern.
Falls du das bist, guck dir Substack, Medium, Youtube oder die gängigen Socials an. Alles kommt mit Vor- und Nachteilen.
Ich persönlich bin happy mit meiner Homepage und kann diesen Weg vielen Menschen empfehlen. Müsste ich aber noch mal von vorne starten, sähe Substack ziemlich attraktiv aus.

2. Lern die SEO-Basics
Die Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung helfen nicht nur, um auf Google höher in den Suchergebnissen aufzutauchen.
Über SEO bin ich z.B. auch auf Probleme mit der Ladegeschwindigkeit meiner Seite gestoßen und frage mich, welche Erwartungen meine Artikel auslösen oder wie ich sie ansprechender gestalte.
SEO bedeutet im Kern, eine attraktive Umgebung für die eigenen Leser zu schaffen und verliert trotz Künstlicher Intelligenz nicht an Wert.
Deshalb empfehle ich folgende Bücher, falls du eine Homepage startest oder du sie bereits betreibst, aber keine Ahnung von SEO hast:
- SEO 2026 von Adam Clarke
- Suchmaschinen-Optimierung für Dummies von Julian Dziki
3. Indexiere deine Beiträge manuell
Nie wieder überlasse ich die Indexierung Google. Sobald ich einen Artikel online nehme, öffne ich meine Search Console und überprüfe, ob Google den Link findet.
Danach beantrage ich sofort die Indexierung, damit mein Beitrag möglichst schnell erscheint.
Ich kann dir nicht sagen, ob das die „Best Practice“ ist. Online lese ich, dass Google die Indexierung im Normalfall selbst erledigt. Vor allem bei größeren Seiten geht das schnell.
Bei kleineren Blogs geschieht das allerdings viel langsamer (oder lange gar nicht). Eine unbekannte Homepage mit nur wenigen aktiven Links übersieht Google gerne mal.
Deshalb überprüfe ich meine Artikel manuell. Das kostet mich keine 30 Sekunden und ich erledige zumindest alles, was ich selbst beeinflussen kann. Das beruhigt mich.
Das sind die 3 Tipps aus meiner persönlichen Erfahrung für angehende Blogger:
- Erwäge Alternativen zu einer eigenen Homepage.
- Lern die SEO-Basics (und reich deine Sitemap bei der Google Search Console ein).
- Indexiere deine Beiträge manuell
Einen guten Artikel zu diesem Thema verlinke ich dir hier:

Bei Fragen, melde dich gerne. Ich hab viel falsch gemacht, aber auch viel gelernt und kann dir helfen.
Viel Erfolg und lass dich nicht von der Technik ärgern.

