Wie wirst du erfolgreich? Und kannst du deinen Erfolg planen?

Das Leben des Schriftstellers Haruki Murakami gibt uns darauf Antworten. Das ist das Murakami-Prinzip.

Inhaltsverzeichnis

  1. Ein unkonventioneller Start
  2. Alles auf eine Karte
  3. Die Suche nach dem Erfolgsrezept
  4. Die verborgene Konstante
  5. Die Magie des Anfangens
  6. Anfangen, Lernen, Wachsen
  7. Kein Start ist perfekt.
  8. Quellen

Ein unkonventioneller Start

Der Musikliebhaber Haruki Murakami eröffnete nach seinem Theaterstudium einen Jazz Club in Tokio. Das war 1974.

Freunde und Familie liehen ihm Geld, doch rieten von seiner Unternehmung ab.
Er habe keine Ahnung von Geschäftsführung.
Sie prophezeiten einen Flop.

Doch Murakami betrieb den Club erfolgreich. Eine Pleite, so schreibt er, war für ihn einfach nicht vorstellbar. Also arbeitete er. Hart. Das zahlte sich aus.

Doch was machst du mit einem gut laufenden Geschäft? Bleibst du dabei?

1978, mit 29 Jahren, kam Murakami die Idee, einen Roman zu schreiben. Eine Eingebung bei einem Baseballspiel. Vielleicht aber auch eine unbewusste Rückkehr zu seiner kreativen Ader aus dem Theaterstudium.

Also kaufte er Füller, Tinte und Papier und begann zu schreiben. Ein halbes Jahr später hielt er das Manuskript seines ersten Buches in der Hand. Es hieß Wenn der Wind singt.

Und was machst du mit einem fertigen Manuskript?

Du schickst es an einen Verlag. Ohne dir eine verdammte Kopie vom Originaltext zu machen. Und danach? Nicht mehr dran denken. Weitermachen.

Das klingt leichtsinnig. Vielleicht war Murakami aber auch weniger am Ergebnis und mehr am kreativen Prozess interessiert. Das Schreiben war ihm wichtiger als die Veröffentlichung.

Alles auf eine Karte

Als der Bücherverlag Gunzo ein weiteres halbes Jahr später anrief und mitteilte, dass das Buch in der engeren Auswahl stand, konnte sich Murakami nur noch vage an die Ausschreibung erinnern.

Er war noch immer sehr mit seinem Jazz Club beschäftigt. In den frühen Morgenstunden nach Feierabend schrieb er bereits an seinem zweiten Buch, Pinball 1973. Für andere Sachen hatte er nicht viel Zeit. Also traf er einen Entschluss.

Das Lokal lief gut, warf deutlich bessere Einnahmen ab als der Verdienst aus seinen beiden Büchern. Doch er verkaufte den Jazz Club, um Schriftsteller zu werden.

Murakami wollte dem Schreiben eine ehrliche Chance geben. Er setzte alles auf eine Karte1.

Heute zählt Haruki Murakami zu den bekanntesten Schriftstellern der Welt. Was also ist die Moral seiner Geschichte? Steckt darin ein Erfolgsrezept?

Die Suche nach dem Erfolgsrezept

Menschen haben einen Hunger nach Narrativen. Geschichten helfen uns, die Welt zu erklären. In Zufällen hingegen können wir keine Muster erkennen.

Deshalb suchen wir auch in Murakamis Geschichte nach einem Erfolgsrezept. Doch auf den ersten Blick scheint seine Karriere als Schriftsteller von Zufällen geprägt zu sein.

Im Gegensatz zu Murakami erhielt der Autor Benedict Wells unzählige Absagen, bevor er beim Diogenes Verlag landete. Das ist in diesem Metier üblich.

Murakamis sofortige Veröffentlichung wirkt dagegen eher wie ein Riss in der Matrix. So beeindruckend seine Geschichte ist, hätte sie auch anders verlaufen können.

Das Leben ist manchmal unvorhersehbar. Es muss nicht linear verlaufen - Ausbildung, Arbeit, Heirat, Haus und Kinder, Rente. Manchmal ist kreuz und quer auch eine Richtung.

Wie Murakami kannst du Theaterwissenschaften studieren, dann ein Lokal eröffnen, nur um später Schriftsteller zu werden. Vorhersagbarkeit? Nicht vorhanden.

An mancher Stelle hatte Murakami sogar nicht wegen, sondern trotz seines Verhaltens Erfolg. Keine Sicherungskopie seines ersten Buches? Inspirierend, aber nichts, was du nachmachen solltest.

Hüte dich also vor Schlussfolgerungen, die aus Zufällen eine Geschichte basteln.

Trotzdem kann ich es mir nicht verkneifen:
Bei genauerem Hinsehen schimmert etwas durch, das du dir für deinen Weg zunutze machen kannst.

Die verborgene Konstante

Es stimmt: Garantien gibt es nicht.

Selbst wenn du dich anstrengst, bedeutet das nicht, dass du es schaffst. Aber: Falls du es schaffst, dann oft nur, weil du dich anstrengst.

Murakamis Erfolg als Schriftsteller war Zufall - und er war es nicht.

Aus einer Vielzahl an Manuskripten wird ausgerechnet sein Buch ausgewählt. Aber:

Ohne sein Handeln kein Manuskript. Ohne Manuskript keine Chance auf Veröffentlichung.
Das Handeln öffnet dem Zufall die Tür. Das ist das Murakami-Prinzip.

Die Magie des Anfangens

Das weiß auch Benedict Wells, der sich zuerst durch einen Sturm an Absagen kämpfte:

Man kann beim Schreiben alles überarbeiten - außer weiße Seiten2.

Soll heißen: Fang an. Der Erstentwurf muss nicht gut werden, sondern fertig. Das gilt auch für andere Hobbys.

Deine erste Präsentation wird holprig.
Deine erste getöpferte Schüssel wird krumm und schief.
Deine erste Arbeitswoche? Chaos.

Bei meinem ersten Fußballspiel schoss ich ein Eigentor. Die Reaktion meines Trainers verriet mir: Das erlebte er nicht zum ersten Mal.

Anfangen, Lernen, Wachsen

Die Einstellung, dass das Anfangen der wichtigste Schritt ist, verbindet Haruki Murakami und Benedict Wells. Sie haben gehandelt. Sie präsentierten sich. Sie arbeiteten an sich. Sie wurden besser.

Murakami bezeichnet sich - vielleicht übermäßig bescheiden - weniger als intelligent. Er sieht sich als Arbeitstier, nicht als Rennpferd. Sein Fleiß und seine Beharrlichkeit sind sein Markenzeichen.

Also arbeitet er Schritt für Schritt an dem, was er sich vornimmt - egal, ob Jazz Club oder Buch. Als ihm die Idee kommt, einen Roman zu schreiben, legt er einfach los.

Nur wer beginnt, kann besser werden. Gerade wenn es darum geht, etwas Neues zu wagen, ist anfangen besser als zögern. Denk immer an das Murakami-Prinzip.

Probiere etwas. Mach Fehler. Dann probier es erneut und scheitere besser. Experimentiere. Lern daraus.

Kein Start ist perfekt.

Als ich die Arbeit an meinen Blogartikeln begann, erstellte ich direkt eine Homepage auf WordPress und begann, die Beiträge zu veröffentlichen.

Die Seite ist bis heute nicht gut. Doch durch die Veröffentlichung entstand Verbindlichkeit.

Vieles mache ich immer noch falsch. Doch hätte ich nicht angefangen, hätte ich die Gelegenheit, überhaupt etwas falsch machen und daran wachsen zu können, nie in mein Leben eingeladen.

Denk dran: Wenn du etwas beginnst, muss es nicht gut werden, sondern fertig. Danach kannst du es immer noch verbessern.

Für mich bedeutet Scheitern nicht, Fehler zu machen. Für mich ist Scheitern, sich nicht in eine Lage zu bringen, in der man überhaupt erst scheitern kann.

Kompetenz entsteht durch sichtbare Erfolge. Wenn du irgendwann die Selbstsicherheit besitzt, die aus der Überwindung von Herausforderungen und Fehlern entsteht, sei stolz auf dich.

Also: Warum glaube ich, ist Haruki Murakami bis heute erfolgreich? Weil er angefangen hat. So einfach. Und doch so schwer.

Und wann fängst du an?


Quellen