Es ist soweit! Zeit für meinen ersten Monthly Fuck Up. Hier erfährst du vollkommen ungeschönt, woran ich momentan arbeite, was ich komplett vergeige und was ich daraus für die Zukunft mitnehm.

Ein Feed voller Fuck Ups und Fehler. Los geht's.

Status-Check: Was im Januar geschah.

Die große Baustelle im Januar war meine Homepage. Am 01.01.26 lief sie noch über WordPress. Sie war simpel, aber unscheinbar. Keine Erinnerungsfunktionen, kein Abo-Button. Deshalb musste 'ne Änderung her.

Mein Blog soll ein Blog bleiben, keine nervige Nachrichtenseite, die mit Werbung und Pop-ups vollgekleistert ist. Ich hasse Seiten, die meine Aufmerksamkeit nicht respektieren und ich will meine eigene Seite nicht hassen.

Trotzdem muss der Blog mit der Zeit gehen. Mein wahrscheinlich größtes Versäumnis im letzten Jahr war, dass ich keine E-Mail-Liste aufgebaut hab. Keine E-Mail-Liste bedeutet keine Verbindung, über die ich meine Leser erreichen kann. Stattdessen muss ich hoffen, dass sie mich nicht vergessen.

Sind wir mal ehrlich: Selbst mein direktes Umfeld vergisst, dass ich 'nen Blog betreib. Meine Hoffnung war also naiv. Ich dachte, mein Blog spricht für sich, doch es existieren mehr Seiten im Netz als ich Haare am Körper hab und selbst die überseh' ich manchmal beim Rasieren.

Kein Wunder, dass die Leute meinen Blog vergessen. Das Problem mit der E-Mail-Liste musste ich also lösen und... TA-DAAA.

Jetzt läuft meine Homepage über Ghost. Da sind die Abo- und Newsletterfunktionen von Haus aus integriert. Ok, von Haus ist so 'ne Sache. Ein Geficke ist das trotzdem, aber kein so großes mehr wie auf WordPress.

Mir taugt das neue Design der Seite sehr. Die WordPress-Seite sah aus wie Windows. Meine Ghost-Seite sieht aus wie Apple. Clean, ohne Ablenkung und vor allem für Smartphones optimiert.

Der Umzug war ein ganz schöner Schmerz. Das lag aber vor allem an meiner eigenen Dummheit. Kommen wir also zum Fuck Up des Monats.

Mein Fuck Up des Monats

Nach 2 Tagen hin und her zwischen Ghost und Substack entscheide ich mich dafür, meine Inhalte auf meiner eigenen Homepage zu behalten. „Da gehören sie dir“, sagen die schlauen Blogger auf Youtube, die vielleicht einfach nicht mit der Zeit gehen wollen. Keine Ahnung, aber mir leuchtet das Argument trotzdem ein.

Nachdem ich die Entscheidung treffe, prokrastinier ich den Umzug weiter, indem ich noch mal 2 Tage grübel, welches Homepage-Theme (das Design der Seite) am besten passt. Ich finde eins und lege gute 120 Euro dafür hin.

Entsprechend groß ist jetzt die Anspannung. 120 Tacken verbrannt und ich bin momentan arbeitslos. Aber der Umzug ist nötig, wenn ich 'ne Chance darauf haben will, dass sich hier irgendwann mal irgendwas nach vorne bewegt.

Durchschnaufen. Es ist erst Nachmittag. Ich hab noch alle Zeit der Welt. Ich richte mir 'ne Subdomain ein, schließ mein Hosting auf magicpages.co ab und lad mein Theme hoch, um die Seite zu gestalten. Was darf dabei nicht fehlen?

Logisch, 'ne Youtube-Anleitung. Bin doch kein Otto. Schnell merk ich aber, dass einige Funktionen bei mir anders laufen als im Youtube-Tutorial.

Na gut, dann halt doch KI. Die richtet das schon. Wenn die meinen Arbeitsplatz ersetzen will, muss sie ja wohl 'ne fucking Homepage einrichten können.

Ziemlich schnell kommt aber Frust auf. Weder das, was mir die KI sagt, noch was mir Youtube zeigt, funktioniert. Anleitung völlig unklar. Ich krieg Hals.

Da kommt auch schon meine Freundin nach Hause. Es muss also Zeit fürs Abendessen sein. Mich beschleicht der Gedanke, dass meine Freundin fürs Abendessen nach Hause kommt und nicht für mich. Naja.

Ein Blick auf die Uhr verrät mir, es ist 18 Uhr. Nach dem Essen ist es 19 Uhr. Ich kämpf weiter. 20 Uhr. Verzweiflung kommt auf. 21 Uhr.

UND DANN... kommt die verfickte Erleuchtung. Und die tut weh. So weh.

Die Erleuchtung ist:

Ich bin ein dummer Mensch.

Den Theme-Dateien liegt 'ne Dokumentationsdatei bei. Eine Schritt-für-Schritt-Erklärung zur Einrichtung. Die fucking IKEA-Anleitung für meine Homepage.

Dann erinner ich mich. Ich hab die Dokumentationsdatei schon mal gesehen. Ganz am Anfang, als ich mich gefragt hab, was das ist. Ich hab reingeguckt und genau kapiert, dass es sich um 'ne Anleitung handelt. Aber weißte? Anleitungen brauch ich nicht. Ich bin ja nicht doof.

Also ignorier ich die Doku. Vergess sogar, dass sie existiert. Lieber ärger ich mich bis 21 Uhr mit Youtube und KI rum, anstatt die verdammte Anleitung zu lesen, die der extrem coole Entwickler meines Themes geschrieben hat.

Meine Überzeugung ohne Anleitung klarzukommen bezeichnen Psychologen als Dunning-Kruger-Effekt. Menschen neigen dazu, ihre Fähigkeiten zu überschätzen. Ironischerweise hab ich darüber schon mal einen Artikel geschrieben: „Bist du wirklich so kompetent, wie du denkst?“. Der Titel ist ein Schlag ins Gesicht. ARGH!

Als ich endlich in die Doku schau, versteh ich sofort, warum bei mir nichts funktioniert. Es KANN nichts funktionieren. Das schreibt der Entwickler direkt auf der zweiten Seite:

A snippet of an error, warning the user that he has to upload a file in order for his homepage to work

So steht die Homepage am Ende des Tages natürlich nicht. Dafür hab ich kurz vorm Schlafen noch den Frieden gefunden, dass ich am nächsten Tag genau weiß, was ich machen muss: Einfach die verdammte Anleitung lesen.

So simpel kann's sein. Mein erster Monthly Fuck Up ist nicht weltbewegend. Keine Moral. Keine Philosophie. Nur Dummheit, weil ich die Anleitung nicht gelesen hab.

Der Trostpreis

Nicht alles im Januar war so doof wie die Migration meiner Homepage. Die Seite steht jetzt. Das erste Feedback war positiv. Die Anmeldung funktioniert (bitte checkt euren Spam!). Der E-Mail-Versand meiner Artikel läuft auch. So weit, so gut.

Danke an dieser Stelle an meine ersten 4 Abonnenten, von denen zwei zu meiner Familie gehören und von denen einer ich selbst bin.

Für den nächsten Monat kann ich euch, liebe Abonnenten, eine exponentielle Geschäftsskalierung von 50 % garantieren. Ich hab nämlich noch mindestens 2 andere E-Mail-Accounts rumflacken, mit denen ich mich selbst für meinen Newsletter anmelden kann. Läuft!

Was außerdem richtig gut lief im Januar war mein erster Auftritt bei einer Lesung. In der Weinerei in Nürnberg können Textemacher alle zwei Monaten Selbstgeschriebenes vortragen. Also hab ich meinen Artikel „Keine Kinderkrankheit – Warum wir Spiele brauchen.“ präsentiert. Das war 'ne sehr coole Erfahrung. Hier ist der Beweis:

White man with blonde hair standing on a stage reading from a paper notebook into a microphone. People listening.
Lesung meines Blogbeitrags in der Weinerei Nürnberg

Aber genug von der Vergangenheit. Jetzt noch ein Wort zur Zukunft.

Was im Februar passiert.

Das ist mit Abstand die schwerste Rubrik für mich. Ich bin ja eher so der Typ „wird schon irgendwie“. Es gibt allerdings ein paar konkrete Aufgaben, um die ich mich im Februar kümmern will.

1. Der Blog.

Die nächsten 4 Blogartikel sind geplant. So weit denke ich selten voraus, glaub mir, aber Jane McGonigals Buch „Reality is Broken“ liefert ordentlich Input.

Manche Artikel sind schon fertig, für andere steht bereits das Konzept. Freu dich im Februar also auf:

  • Warum WoW die perfekte Simulation ist.
  • Warum sich Quests besser anfühlen als dein Job.
  • Wie wir durch Spiele verstehen, wie wir wirklich ticken.
  • Wie mir eine Begegnung im Treppenhaus gezeigt hat, dass soziale Kontakte unser vielleicht wichtigstes Spiel sind.

Wenn diese Artikel bequem in deinem Postfach landen sollen, melde dich für meinen Newsletter an. Die Mitgliedschaft ist kostenlos – und geil. Und wo wir schon über Mitgliedschaften sprechen:

2. Die Kohle.

Ich überlege, meine Mitgliedschaften umzuplanen. Mein Monthly Fuck Up war eigentlich nur für Mitglieder gedacht, die zahlen. Es zahlt aber niemand. Doof.

In Zukunft sollen meine Fuck Ups also allen Lesern zugänglich sein. Bevor ich an Bezahlung denke, muss ich vielleicht erstmal potenzielle kostenlose Abonnenten für meine Arbeit begeistern. Sonst registrieren sich auch in Zukunft nur Familienmitglieder (und ich) auf meiner Homepage. Und natürlich Mert. Aber Mert ist auch der beste Mann. Was soll ich anderes von ihm erwarten?

Statt eines Abo-Modells überlege ich, in Zukunft 'nen Spendenbutton einzuführen. Einmalige Zahlungen zur Unterstützung meiner Arbeit ohne kostenpflichtiges Abo. Alternativ bleibt die Mitgliedschaft freiwillig wie auf Substack.

Deshalb würde mich deine Meinung wirklich interessieren. Schreib mir in die Kommentare (nicht auf WhatsApp, Bruderherz!):

Welchen Schachzug findest du schlauer?
  1. kostenpflichtiges Abo + Inhalte hinter einer PayWall
  2. alles für jeden zugänglich + ein freiwilliges, aber kostenpflichtiges Abo für Unterstützer
  3. alles für jeden zugänglich + Spendenbutton für Einmalzahlungen

Danke für deine Antwort. Die Kohle bringt mich auch zum nächsten großen Punkt.

3. Das Produkt.

Ich mach mittlerweile kein Geheimnis mehr draus. Ich wär verdammt gerne selbstständig. Das passt zu mir. Aber wer selbstständig sein will, muss was verkaufen und mein Erspartes ist nun mal endlich. Scheiß Kapitalismus!

Deshalb will ich ein kostenloses Produkt entwerfen, sowas wie ein Appetithappen im Supermarkt. Daraus können sich später dann Onlinekurse, Workshops oder 1:1 Beratung entwickeln.

Die Idee: Gamify your life. Ich will Menschen helfen, ihr Leben wie ein Videospiel zu gestalten. Mir tut es nämlich weh zu sehen, wie Menschen zu NPCs, also passiven Nebendarstellern in ihrem eigenen Leben werden.

Ich kenn diesen Weg. Zu oft saß ich in Meetings, deren Sinn mir niemand erklären konnte, während ich gedanklich davon träumte, mein Leben zu verändern. Deshalb bin ich überzeugt: Jeder braucht eine Heldenreise. Zumindest 'ne kleine.

Gamification ist in Deutschland kaum verbreitet, aber es ist mehr als Kindergarten. Spiele machen uns zum aktiven Helden unserer Reise. Sie lösen menschliche Motivation geschickter als das echte Leben. Sie belohnen uns durch garantierten Fortschritt. Sie ermöglichen, an unseren Fähigkeiten und Visionen zu arbeiten.

Diese Vorstellung motiviert mich so sehr, dass ich sie mit anderen teilen und Menschen helfen möchte, ihr Leben mehr wie ein Spiel zu gestalten. Nicht kindisch, sondern psychologisch fundiert. Echtes Gamedesign ohne Bullshit.

Das ist meine Vision. Wie ich sie umsetze, weiß ich noch nicht genau. Falls du Ideen hast, schreib sie mir gerne in die Kommentare (nicht auf WhatsApp hab ich gesagt!).

Im nächsten Monat kannst du dich auf jeden Fall auf ein Update freuen.

Bis dahin und liebe Grüße,

Markus – der Typ, der in Zukunft alle Anleitungen lesen wird