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# Die Psychologie von Menschen, die sich im Job nicht verändern
- URL: https://www.markusdotzler.de/berufliche-veraenderung-alfred-adler-psychologie/
- Published: 2026-10-18T08:00:00.000Z
- Updated: 2026-10-18T08:00:00.000Z
- Description: Gib deinem Leben Stil
- Author: Markus Dotzler
- Tags: Arbeit & Sinn, Psychologie

Du *willst* dich beruflich verändern, aber *tust* es nicht, weil du sagst: *„Ich kann das nicht“*.

Steile These: Du bist nicht unfähig. *Du willst dich nicht verändern*, obwohl du das sagst.

Klingt nach einem Mindfuck? Ist es auch. Und ein Mann ist Schuld daran...

Schon Teil von „Nie wieder NPC“?  
Ich schreibe für deine Veränderung – jede Woche ein Text gegen den Autopilot. 

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## Dein Leben im Autopilot

Seit Monaten, vielleicht sogar Jahren sagst du dir, du willst deinen Job kündigen. Eine neue Stelle, ein anderer Arbeitgeber oder – *du traust dich kaum, es zu denken* – ein völliger Richtungswechsel?

**„Nein“**, sagst du dir. *„Noch nicht.* Denk an die wirtschaftliche Lage! Jetzt etwas zu riskieren, wäre unvernünftig.“

Außerdem bist du nicht der Typ für so einen riskanten Schritt. Sicherheit ist wichtig. Das wussten schon deine Eltern.

Und so läuft es – Monat für Monat.

Dein Leben zieht an dir vorbei und du rennst hinterher.

Du sagst: Ich *kann* nicht.  
Ich sage: Du *willst* nicht.

Und das ist keine Phrase, sondern Psychologie – genauer gesagt, Alfred Adlers Psychologie.

Aber bevor wir uns anschauen, was Adler zu sagen hat, lass uns zuerst eine Sache aus dem Weg räumen. Dieses *„Ich *kann* mich nicht verändern“*.

Das stört mich, denn aus biologischer Sicht ist das Quatsch.

## Kompetenz ist nicht der Flaschenhals

Du sagst, wir sind, wer wir sind. Das Produkt unserer Genetik, Intelligenz und Persönlichkeit.

Aber ganz so einfach mache ich es dir nicht.

### Welche Rolle spielt Intelligenz für berufliche Veränderung?

Intelligenz ist die Problemlösegeschwindigkeit deines Gehirns. Ein hoher IQ gilt deshalb als einer der besten Vorhersagefaktoren für Erfolg – *aber eben nicht als einziger*.

Der Psychologe Anders Ericsson widmete sein Leben der Frage, wie Menschen Fähigkeiten aufbauen und stellte fest, dass die besten Schachspieler der Welt *nicht* über einen außergewöhnlichen IQ verfügen. Sie sind auffällig unauffällig.

Intelligenz beeinflusst zwar, *wie schnell* jemand Schach lernt. Doch lt. Ericsson war nicht IQ der beste Vorhersagefaktor für Kompetenz, sondern wie sehr sich jemand anstrengte.

Erst in Extremfällen, wie z.B. bei einer Intelligenzminderung (*IQ von unter 70*), setzt dir das Gehirn Grenzen. Doch der Fakt, dass du diesen Artikel bis hierhin verstanden hast, bedeutet, dass du intelligent genug für jegliche Veränderung bist, die du dir beruflich vornimmst.

Wichtiger ist also, so würde es Adler formulieren, *wie du deine Auffassungsgabe deutest*:

> *Gibst du auf, sobald du bemerkst, dass du langsamer bist als andere oder strengst du dich umso mehr an, um die Lücke zu schließen?*

### Welche Rolle spielt Persönlichkeit im Job?

Persönlichkeit ist die Brille, mit der du die Welt wahrnimmst. Sie ist zu großen Teilen genetisch bedingt und bereits ab dem fünften Lebensjahr stabil.

Ihr Einfluss auf deinen Job bzw. deine Berufswahl ist unbestreitbar. Die Wahrscheinlichkeit, dass du z.B. in einem Care-Beruf *(Pflege, Kindergarten o.ä.)* landest, steigt, je verträglicher *(harmoniebedürftig, einfühlsam, höflich)* du bist.

Doch auch zwei andere Dinge über Persönlichkeit stimmen:

1. **Persönlichkeit ist *nicht fix*.**

Je älter du wirst, desto verträglicher wirst du in der Regel. Persönlichkeit ist kein starres Konstrukt.

Sie verändert sich nicht über Nacht, doch über längere Zeiträume? Absolut möglich.

1. **Es gibt keine *falsche* Persönlichkeit.**

Je stärker sich die Persönlichkeiten der Menschen unterscheiden, desto mehr unterschiedliche Perspektiven sitzen an einem Tisch. *Das ist gelebte Diversität*.

Deine Persönlichkeit könnte also genau der Blick sein, der in einem anderen Team, Job oder Unternehmen *Betriebsblindheit verhindert*.

Doch das ist noch nicht alles.

### Was Intelligenz und Persönlichkeit gemeinsam haben

Intelligenz und Persönlichkeit sind *normalverteilt*. Der Großteil aller Menschen ist durchschnittlich intelligent oder verträglich, gewissenhaft, extravertiert usw.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Intelligenz und Persönlichkeit bei einer beruflichen Neuorientierung für die meisten Menschen keine Hürden darstellen, denn nur die wenigsten von uns leben in den Extremen der Verteilung.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet du die *Special Snowflake* bist, bei der es an der *Fähigkeit* scheitert, ist verdammt gering (einer der Gründe, warum ich [Talent als Mythos](https://www.markusdotzler.de/talent-mythos/) bezeichne).

Nein, ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Solange du ein Mensch bist, bringst du von Haus aus alles mit, was du für Veränderung benötigst.

*(Erdfremde Lebewesen dürfen sich an dieser Stelle ausklinken)*

## Homöostase, Neuroplastizität und Veränderung

### Was Neuroplastizität für berufliche Anpassung bedeutet

Dein Gehirn passt neuronale Strukturen ein Leben lang an. Der unappetitliche, graue Schwamm in deinem ebenso unappetitlichen, weißen Schädel bleibt *plastisch*, also formbar – deshalb **Neuroplastizität**.

*You can’t teach an old dog new tricks?*

Yes, you can, sir, yes, **you *fucking* can**.

Dein Gehirn reagiert auf das, was du wiederholt tust. Im Alter definitiv langsamer, aber um noch ein paar Groschen ins Phrasenschwein zu werfen:

*Das Alter ist nur eine Zahl.*

Auch hier würde Alfred Adler sagen: Wichtiger ist, wie du dein Alter deutest.

Somit ist *lebenslanges Lernen* eben **kein** Ausdruck fürs Phrasenschwein (*auch wenn Linkedin das gerne so benutzt*), sondern **wissenschaftlicher Konsens**.

Meine Lieblingsbeispiele?

- [Diese Taxifahrer](https://www.markusdotzler.de/growth-mindset/)
- [Albert Einstein](https://www.markusdotzler.de/homoeostase/)
- Mein Vater, der mit 84 Jahren Trompete lernte.

(*Ja, ich nenne Albert Einstein und meinen Vater in einem Atemzug!*)

Solange sich also kein Ziegelstein zwischen deinen Ohren befindet, passt sich dein Gehirn an neue Herausforderungen an.

Hast du gerade eine Offenbarung? Nein? Ich schon. Denn Neuroplastizität bedeutet auch:

*Dein Deutschlehrer war damals einfach bloß zu faul, sich mit dieser blöden Digitalisierung auseinanderzusetzen!*

So, ich habs gesagt.

*Verklagen Sie mich doch, Herr Schuler!*

![zwei dunkelhäutige Menschen in einem Büro](https://www.markusdotzler.de/content/images/2026/10/wrg8i40zadv61-2-1.jpg)

The Office

### Wie der Körper durch Homöostase auf Veränderung reagiert

Dein Körper strebt nach Stabilität. Das nennt sich [Homöostase](https://www.markusdotzler.de/homoeostase/) und bedeutet: Der Körper mag Abweichungen nicht, denn die können schnell lebensgefährlich werden.

Denk Herzrate, Blutdruck oder Temperatur. Bei größeren Schwankungen geht selbst deinem Arzt die Pumpe (*vorausgesetzt du kriegst noch einen Termin*).

Den Drang nach Stabilität kriegst du sofort zu spüren, sobald du zum ersten Mal Joggen gehst. 

Deine Lungen schreien, dein Herz hämmert und deine Waden brennen, bis sie unter Zuckungen kapitulieren. Doch wenn du das Training 4 Wochen durchziehst, passt sich dein Körper an.

Wieso?

Komm schon, du weißt das.

![Spongebob Schwammkopf Meme](https://www.markusdotzler.de/content/images/2026/10/HoM--osTAsE--400-x-400-px-.jpg)

Dein Körper lernt, dass Joggen nun zum Alltag gehört. Er passt sich an, damit er nicht jedes Mal kollabiert und schneller in einen **stabilen** Zustand zurückfindet.

Das ist Homöostase. Und die ist ziemlich stabil, Bruder.

### Du bist nicht, was du heute kannst

Worauf das ganze Gefasel von Neuroplastizität und Homöostase hinausläuft?

Der Mensch besitzt einen Handlungsspielraum. Neuroplastizität und Homöostase belegen das. Wie Alfred Adler sagte:

> *„Es kommt nicht darauf an, was einer mitbringt, sondern darauf, was er daraus macht."*

Du sagst: Phrasenschwein?  
Ich sag: Stimmt schon, aber halt auch *Wissenschaft*.

Jetzt weißt du also, dass du alle Voraussetzungen für Veränderung mitbringst, gratis von Mutter Natur, ohne Liefergebühren oder Werbeunterbrechungen.

Aber das bedeutet noch lange nicht, dass du dich veränderst. Denn will-nicht gibt's häufiger als kann-nicht.

Der zweite Teil dieses Artikels hilft dir deshalb, endlich den verdammten Hebel in deinem Gehirn umzulegen.

Doch dafür müssen wir uns der unangenehmen Psychologie von Alfred Adler stellen.

Bevor wir uns Alfred Adler stellen, musst du dich meiner Kaffeekasse stellen. Unterstütz meine Arbeit mit einer digitalen Spende und erkauf dir meine Liebe:

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# Alfred Adler und die Psychologie der Veränderung

## Menschen sind soziale Vergleichsmaschinen

Nach Alfred Adler lassen sich alle Probleme im Leben auf zwischenmenschliche Beziehungsprobleme zurückführen. Social Media ist so ein Beziehungsproblem.

Loggst du dich heute auf Instagram ein, flutet der Feed dein Gehirn mit dem Erfolg fremder Menschen.

Du sagst: Halb so wild.  
Ich sage: *Nicht so schnell*.

Du stehst zu den Menschen auf sozialen Netzwerken in einem „*Verhältnis*“, ob du sie kennst oder nicht:

- Die Substacker vergleichen auf dem Klo die Länge ihrer Artikel,
- die Instagramer feiern mit Spiegelselfies ihren fünften Brazilian Butt Lift und
- die [Linkedin-Hustler brüsten sich dieses Jahr mit 100-Stunden-Wochen](https://www.markusdotzler.de/warum-hustle-culture-toxisch-ist/), nächstes Jahr mit [Burnout](https://www.markusdotzler.de/wie-sich-emotionale-distanz-anfuehlt-job/).

Doch wenn dir Fremde auf Social Media ihren Ausnahmezustand als ganz normalen Dienstag verkaufen, entwickelst du etwas, das Alfred Adler (*als einer der Ersten*) als „*Minderwertigkeitsgefühl*“ bezeichnete.

### Was ist ein Minderwertigkeitsgefühl?

Minderwertigkeit beschreibt das Gefühl, einen geringen Wert zu besitzen. Dahinter steckt eine verinnerlichte Annahme, kein Fakt.

Ich gestehe, dass ich bis heute immer mal wieder in die Falle trete, die Gewichte, die ich im Fitnessstudio stemme, mit denen anderer Männer zu vergleichen.

*Wie viel Klischee willst du?* 
**Der Autor:* Ja.*

Sagen die Kilos, die ich beim Bankdrücken presse, während mein Kopf die Farbe einer faulen Tomate annimmt, irgendetwas über meinen Wert als Mensch aus?

**Nein**, sagst du (*hoffentlich*) und ich gebe dir recht – *theoretisch*. In der Praxis passiert das oft automatisch.

Die Wahrscheinlichkeit ist also ziemlich groß, dass auch du dich mit Fremden vergleichst, wenn du auf Social Media unterwegs bist – selbst wenn du sagst, *dass dich das alles nicht betrifft*.

*I call bullshit, Mr Cool.*

Denn Menschen sind von Natur aus soziale Vergleichsmaschinen...

***Aber.***

### Adler definiert Minderwertigkeitsgefühle nicht als schlecht

Minderwertigkeitsgefühle, so Adler, entstehen aus sozialen Vergleichen. Doch weil wir Menschen uns so gerne vergleichen, sind Minderwertigkeitsgefühle ziemlich normal. Adler betrachtet sie nicht einmal als schädlich.

Wenn ich mich im Fitnessstudio vergleiche, strenge ich mich beim Training mehr an, um die Lücke zu schließen. Minderwertigkeit erfüllt in diesem Fall eine Funktion.

Problematisch ist nicht das Gefühl, sondern der ***Minderwertigkeitskomplex***. Den verstand Adler als abnormen psychischen Zustand. In diesem Fall spornt dich deine Minderwertigkeit nicht mehr an. Sie lähmt dich.

Der Komplex ist ein Zustand, in dem man beginnt, seine Minderwertigkeit als Ausrede zu benutzen. In meinem Fall könnte das sein:

*„Ich bin nicht stark genug, also wozu soll ich mich beim Training anstrengen?“*

Vielleicht ist es in deinem Fall:

- *„Ich bin nicht gebildet genug. Ich habe keine Chance auf eine Beförderung.“*
- *„Ich habe zu große Angst. Eine Selbstständigkeit kommt deshalb nicht in Frage.“*
- *„Ich bin nicht kreativ genug. Ich werde niemals von meiner Leidenschaft leben können.“*

Wegen A kann es kein B geben. Wäre A anders, *dann* würdest du handeln. Doch so, wie die Dinge stehen, *brauchst du es gar nicht erst zu probieren*.

Also handelst du nicht. Und jetzt kommt noch ein Mindfuck:

## Deine Passivität erfüllt ein Ziel

Du sagst, du handelst nicht, weil du [nicht gut genug](https://www.markusdotzler.de/nicht-gut-genug-prokrastination-erfahrung/) bist? Alfred Adler sagt, du denkst, du wärst nicht gut genug, *damit du nicht handeln musst.*

Du sagst, du willst zwar, doch Kreativität, Intelligenz, Persönlichkeit – *you name it* – hindern dich daran.

Adler sagt, *du willst es nicht anders.* Die 27 Gründe, die dir spontan einfallen, warum du etwas *nicht kannst*, sind ein Schutzmechanismus.

***Denn solange du nicht handelst, scheiterst du nicht.***

Glaub mir, ich weiß, wovon ich rede.

### Eine persönliche Erfahrung mit beruflicher Veränderung

*„Irgendwann schmeiß ich meinen Job“*, rufe ich mit Ende 20 ganz selbstbewusst gen Himmel!

*Naja, zumindest solange niemand hinschaut…*

Wie oft ich vor 3 Jahren mit Freunden und Familie über den Wunsch nach beruflicher Veränderung redete, weiß ich nicht. Das Wort „*arschvoll*” trifft es angemessen.

Doch gleichzeitig erinnere ich mich an mindestens 2 Winter, in denen ich mich über mein Elend beschwerte, mich aber keinen Schritt in eine neue Richtung bewegte.

Warum?

Ich sage damals: Das klappt sowieso nicht!  
Adler kontert: *Du willst es gar nicht anders.*

**Autsch.**

### Alfred Adlers Konzept der Zukunftsbezogenheit

Adler blickt ein wenig anders auf meine Situation. Er beleuchtet Verhalten nicht *(nur)* durch *Ursachen* (wie *„Ich bin nicht gut genug“*), sondern durch die **Ziele, die wir verfolgen**  (*„Was bezwecke ich damit“*).

Damals **sage** ich zwar, dass ich mich verändern *will,* doch jedes Mal, wenn mich jemand dazu ermutigt, fallen mir 27 Gründe ein, **es nicht zu tun.**

Doch die 27 Gründe sind gar keine Gründe, sondern Ausreden, die ich erfinde, *damit ich nicht handeln *muss**.

> „Die Menschen beklagen sich über verschiedene Dinge, aber es ist einfacher und sicherer, so zu bleiben, wie man ist.” – Kishimi, I., & Koga, F. 

Nein, Adler geht noch einen Schritt weiter:

Er sagt, ich brauche die Angst nicht nur, *damit ich mich nicht verändern muss,* ***sondern damit ich mich weiterhin in meinem Elend baden und Mitleid erfahren kann.***

![Eine Katze, darunter das Wort „pathetic“](https://www.markusdotzler.de/content/images/2026/10/HoM--osTAsE--400-x-400-px--2.jpg)

### Wenn die Vorstellung auf die Realität prallt

Doch irgendwann fasse ich mir ein Herz oder halte es nicht mehr aus – *oder beides* –, suche das Gespräch mit meiner Chefin und kündige. [Ohne Anschlussbeschäftigung, ohne Plan B](https://www.markusdotzler.de/readings/pathless-path-paul-millerd-deutsch/).

*Ich probiere das jetzt!*

Stellt sich heraus: *Ganz so einfach ist das nicht.*

Seit dem Tag, an dem ich meinen Erwerbsjob verlasse, prallt die Vorstellung, mir ein anderes Leben aufzubauen, auf die nackte Realität dieser Entscheidung.

Kein Einkommen, wenig Plan und viel Unsicherheit. Da merke ich:

> ***Die Vorstellung davon, jemand anderes zu sein, ist bequemer, als jemand anderes zu werden.***

Und genau deshalb handeln wir nicht. Denn solange du dich im Raum der Möglichkeiten bewegst, stehen dir noch alle Optionen offen.

### You might not make it.

Ich schreibe dir das nicht, um Mitleid zu erregen. Ich habe mich für meine Kündigung entschieden und trage die Konsequenzen dafür.

Nein, ich schreibe dir das, um deine Angst anzuerkennen.

Was ich gerade probiere, *könnte schief gehen* (und ist es in Teilen bereits) und was auch immer du dir vornimmst, *könnte schiefgehen*.

Auf jeden Stephen King kommen wahrscheinlich 1.000 Autoren, von denen du noch nie gehört hast und für jeden Messi schaffen es 100.000 Amateure nicht über die Kreisliga hinaus.

*Es könnte schief gehen.*

Keine Beschönigung, kein Survivorship-Bias. Aber stattdessen ein paar Fragen:

> ***Was ist die Alternative? Dich niemals zu verändern? Ewig bleiben, wer du nicht mehr sein willst? Und wann wird deine Angst zur Ausrede?*** 

Deshalb probier ich es weiter. Mut ist schließlich nicht, was du zeigst, während du dich sicher fühlst.

Mut ist, was du brauchst, wenn sich dein Leben anfühlt wie eine Talfahrt auf dem Rücken eines betrunkenen Gorillas.

*In Stöckelschuhen (der Gorilla, nicht du)!!*

> *„Wenn wir versuchen, unseren Lebensstil zu verändern, stellen wir unseren Mut auf die Probe.”* – Kishimi, I., & Koga, F. 

Komm schon. Du hast bis hierhin gelesen – dann meld dich doch endlich an! Kein Spam, kein Slop. Nur du, ich und die Tastatur. Einmal die Woche.

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## Fazit: Wer du warst, definiert nicht, wer du wirst

Am Anfang dieses Artikels sagte ich, dass deine Passivität nicht an deiner Unfähigkeit liegt, sondern daran, dass du die Veränderung *noch nicht genug willst*.

Im ersten Teil wollte ich dich davon zu überzeugen, dass weder dein Körper noch dein Gehirn dich zurückhalten, um dir im zweiten Teil klar zu machen, dass dein Denken der eigentliche Flaschenhals ist.

Der entscheidende Hebel für Veränderung in Alfred Adlers Psychologie ist, ***wie du deutest, wer du bist***. 

Das bedeutet nicht, dass du deine Biologie oder deine Vergangenheit leugnen sollst. 

***Doch du entscheidest, was du daraus machst.***

Nietzsche nennt das die Kunst, *seinem Charakter Stil zu geben*:

> *„Sie übt Der, welcher Alles übersieht, was seine Natur an Kräften und Schwächen bietet, und es dann einem künstlerischen Plane einfügt, bis ein Jedes als Kunst und Vernunft erscheint und auch die Schwäche noch das Auge entzückt.“* – Friedrich Nietzsche

Seinem Charakter Stil zu geben bedeutet nichts anderes, als darüber zu entscheiden, wer du sein willst. Doch Stil findest du nicht in der Passivität, genauso wie du das Tanzen nicht auf dem Allerwertesten lernst.

Und ich glaube, dass es an der Zeit ist, genau das zu tun: Tanzen lernen, einen wackeligen Schritt nach dem anderen.

Deshalb entlasse ich dich heute mit folgender Frage:

***An welcher Realität willst du dir die Zähne ausbeißen?***

> *I was waiting for something* 
> *extraordinary to happen* 
> *but as the years wasted on* 
> *nothing ever did,* 
> *unless I caused it.*– Charles Bukowski

****Na, noch da?**

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****Gracias!**

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## Quellen

- Ericsson, K. A. (with Pool, R.). (2016). *Peak: Secrets from the New Science of Expertise* (1st ed). HarperCollins Publishers. S. 227ff.
- Hartmann, A., & Buchner, V. (2023). *Deep Ocean: Das geniale Persönlichkeitsmodell: wie du dich selbst und andere endlich in der Tiefe verstehst und annimmst*. Gräfe und Unzer Verlag GmbH. S. 27.
- Kishimi, I., & Koga, F. (2026). *Du musst nicht von allen gemocht werden: Vom Mut, sich nicht zu verbiegen* (R. Graßtat, Übers.; 39\. Aufl). Rowohlt Taschenbuch Verlag.
- Nietzsche, F., & Figal, G. (2012). *Die fröhliche Wissenschaft* (Nachdr.). Reclam.